Homöopathie

Die Homöopathie ist eine pseudowissenschaftliche[1][2] Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von dem sächsischen Arzt und Okkultisten Samuel Hahnemann etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert (als klassische Homöopathie nach Hahnemann) existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Erfinder Hahnemann legte seinerzeit fest, dass nach dem Simile-Prinzip der Homöopathie jede Krankheit durch Stoffe geheilt werde, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufe. Ebenso verkündete Hahnemann, dass nach dem Prinzip der Potenzierung die homöopathischen Mittel um so stärker wirken sollen, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.

Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der „schädlichen Chemie“ ist untrennbar ein „Noceboeffekt“ verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt.

Siehe auch: Allopathie

Varianten der Homöopathie

Es haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Varianten der ursprünglichen klassischen Homöopathie nach Hahnemann herausgebildet. So unterscheidet man Niederpotenzler von Hochpotenzlern, Monotherapeuten von Polypragmatiker, homöopathische Phytotherapeuten von anthroposophischen Homöopathen, usw.

  • Klassische Homöopathie ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist Georgos Vithoulkas.
  • Komplexmittelhomöopathie ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: Komplexmittelhomöopathie.
  • Die Klinische Homöopathie bezeichnet die Anwendung von homöopathischen Mitteln in so genannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.
  • Methoden der Miasmatischen Homöopathie, Komplexmittelvarianten der Homöopathie mit der Betonung auf die Therapie chronischer Krankheiten unter Berücksichtigung der Hahneman’schen „Miasmenlehre
  • Mikroimmuntherapie nennt sich ein Verfahren, bei dem Zytokine potenziert und sublingual verabreicht werden. Dabei wird von den Anbietern postuliert, unter der Zunge läge eine „hohe Konzentration von Komponenten des Immunsystems“[3]. Die Therapie zielt darauf ab, das Immunsystem über die potenzierte Wirkung von Zytokinen zu modulieren [4]. Als Begründer der Mikroimmuntherapie gilt Maurice Jenaer[5]. Ein Anbieter von Mikroimmuntherapeutika ist das Unternehmen Labo’Life[6], welches auch ein Patent auf „Spezifische Nukleinsäuren“ hat. Genaue Angaben zu Wirkung und Zusammensetzung der Mittel fehlen.
  • Die biochemische Homöopathie bezieht sich auf eine Homöopathievariante, bei der Nosoden und potenzierte Gifte zum Einsatz kommen (siehe auch Horvi-Enzym-Therapie). Die Methode wird offenbar nur von ihrer Erfinderin, der Biochemikerin und Heilpraktikerin Karin Lenger aus Offenbach genutzt.
  • Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum Geistheilen oder einer Energiemedizin. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und Repertorisieren, die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser homöopathische Effekte zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine Information auf das einzusetzende Glas Wasser. Typische Methoden aus diesem Spektrum sind die Harmopathie, Neue Homöopathie nach Erich Körbler, Seghal-Methode, Herscue-Methode, Prozessorientierte Homöopathie, Quantenlogische Homöopathie, Kreative Homöopathie, Impuls-Homöopathie, die Similis Cards, Silent Healing, Sankaran-Methode (auch „Bombay-Methode“ oder „systematische Homöopathie“ genannt) oder die Homöopathie nach Ramakrishnan. Die Telehomöopathie ist ein Variante der Homöopathie, von der ihre Erfinderin behauptet, dass diese als Fernbehandlung über das Internet (e-Mail oder Skype) oder via Telefon funktioniere.
  • Die Homöosiniatrie ist eine Methode die Elemente der Homöopathie und der Traditionellen Chinesischen Medizin zu vereinigen sucht. Zur Anwendungen kommen sowohl Akupunktur als auch homöopathische Mittel.
  • Digitale Homöopathie als Alternativbezeichnung für die Holopathie.
  • Banerji protocol – Methode
  • Revolutionierte Homöopathie nach Sehgal
  • C4-Homöopathie
  • „resonance-healing“ nach Peter Chappell

Zahlreiche Ähnlichkeiten zur Homöopathie weisen die Isopathie (2 Varianten) und die Homöo-Isopathie der Firma Homeda auf. Hahnemann war jedoch zeitlebens Ablehner der Isopathie.

Die Elektrohomöopathie hat außer der Namensähnlichkeit wenig mit der Homöopathie zu tun, und bezieht sich auf eine Variante der Spagyrik.

Auch bestimmte elektrisch betriebene Geräte zur Diagnostik oder Therapie werden von ihren Erfindern und Anbietern mit der Homöopathie in Verbindung gebracht oder berufen sich auf diese. Beispielhaft zu nennen sind hier Cem Tech, Transmaterialer Katalysator oder Wave Transfer.

Nach den zu behandelnden Lebewesen wird zwischen der Homöopathie zu Heilzwecken beim Menschen, sowie der Tierhomöopathie und Pflanzenhomöopathie unterschieden. Die Pflanzenhomöopathie ist eine Bezeichnung für Verfahren bei denen mit Hilfe von homöopathischen Produkten das Pflanzenwachstum beeinflusst werden soll. (Beispiel: Produkt Biplantol)

Das Hering’sche Gesetz

Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte Heringsche Gesetz zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:

  • von innen nach außen
  • von oben nach unten
  • von jetzt zu früher

Ausschnitt aus dem Organon

Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage

Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden[7] und postulierte Wirkmechanismen gelten heute als widerlegt.[8] Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebotherapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.

Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmediziner sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll. Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das Potenzierverfahren (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.

Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken, wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.

Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine ganzheitliche Behandlung im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.

Hahnemann und moderne Homöopathen orientieren sich an Heilgesetzen, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.

Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers.[9]

Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze

Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel

Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Sie widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein Wassergedächtnis, das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht.

Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden.

Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von animistischen Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die Potenzierung die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse (siehe: Quantenmystik).[10] Heutige Homöopathen und Homöopathie-Befürworter beziehen sich oft auf die Quantenmechanik in der Physik, um die angebliche Wirkung homöopathischer Mittel zu erklären. Quanteneffekte sind aber nur auf subatomarer und evtl. noch atomarer Ebene von Bedeutung. Für die makroskopische Welt oder biologische Systeme wie Viren, einzelne Zellen oder aufwärts, sind sie jedoch nicht relevant. Genannt wird in diesem Zusammenhang der Wiener Quantenphysiker Anton Zeilinger sowie der Psychologe Harald Walach, Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Walach ist Erfinder einer bislang unbewiesenen „Schwachen Quantentheorie“. „Verschränkte“ und „teleportierte“ Teilchen bzw. „Informationen“ sollen dabei in der Homöopathie eine Rolle spielen. Auch gebe es laut den Spekulationen von Walach eine „Verschränkung“ zwischen Krankheitssymptomen und den Symptomen, die ein Stoff auslöst, wenn er im Rahmen der homöopathischen Arzneimittelprüfung getestet wird. Der Physiker Anton Zeilinger, der gelegentlich zitiert wird, um der Homöopathie einen „quantenphysikalisch“-seriösen Anstrich zu geben, hält einen Bezug zur Quantenphysik für wissenschaftlich unbegründet, wie er 2012 der Süddeutschen Zeitung mitteilte:

..“Dass ein Bezug zwischen meiner Arbeit und der Homöopathie hergestellt wird, ist wissenschaftlich unbegründet“..“Ich bedaure es sehr, dass mein Name damit in Verbindung gebracht wird.“..“Homöopathie ist in meinen Augen ein reiner Placeboeffekt..“

Auch von einer so genannten Quantenmedizin hält Zeilinger nichts:

..“Das ist ein schwammiger, spekulativer Begriff, nicht die Bezeichnung eines wissenschaftlichen Gebietes.“[11]

Spekulative Verweise auf die Quantenphysik und Zeilinger finden sich zum Beispiel beim Marketingexperten und Internetblogger Claus Fritzsche, der offenbar Zeilinger zuvor nicht befragte, ob aus seiner Sicht als Physiker die quantenphysikalische Verschränkung etwas mit Homöopathie zu tun habe.[12]

Oft wird das Wassergedächtnis, welches Jacques Benveniste meinte gefunden zu haben, als „Beweis“ angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind.[13][14] Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen Informationen enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte „Beweis“ an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[6]. Welche Informationen die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das Gedächtnis des Wassers müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.

Die Tatsache, dass auch verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund)[15], macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen, dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge.

Die Rolle der Zuwendung und des homöopathischen Beratungsgesprächs

Wie entscheidend die Rolle eines Beratungsgesprächs für die Wirksamkeit einer Therapie (homöopathischer Art oder nicht) sein kann, zeigt eine Untersuchung der Rheumatologin Sarah Brien von der „Complementary and Integrated Medicine Research Unit“ am Aldermoor Health Centre in Southamptom aus dem Jahre 2010 bei einer Kleinstudie. In der randomisierten und bei der Medikamentengabe doppelt verblindeten und placebokontrollierten Studie bei 83 Patienten mit stabiler, konventionell behandelter rheumatoider Arthritis (Rheuma) hat sie versucht, zu ergründen, ob die Homöopathie wirkt und wenn ja warum.[16] Volltext

Die Autorengruppe bildete zwei Gruppen, eine in der die Patienten konventionell beraten wurden und eine, in der eine aufwändigere homöopathische Beratung erfolgte. Die Patienten in der Gruppe mit herkömmlicher medizinischer Beratung wurden dann weiter randomisiert: Sie erhielten entweder die von dem Homöopathen empfohlene homöopathische Komplextherapie oder ein Placebopräparat in identischer Aufmachung. In der Gruppe, in der homöopathisch beraten wurde, wurden die Patienten bei der Medikation sogar in drei Gruppen randomisiert, nämlich Placebo, Komplexbehandlung oder individuelle Zubereitung.

Die Ergebnisse sind nachzulesen in der Zeitschrift „Rheumatology“. Es zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den insgesamt fünf Gruppen bei der Frage nach den primären Endpunkten der Studie (entsprechend der klassischen Rheumatologie: Verbesserung des Standardscore ACR und der globalen Selbsteinschätzung des Patienten auf Monatsbasis). Bei den sekundären Endpunkten: Schmerzempfinden, Zahl der geschwollenen Gelenke, Patientenselbsteinschätzung auf Wochenbasis und Stimmung gab es dagegen jeweils signifikante Vorteile für jene Patienten, die homöopathisch beraten wurden im Vergleich zu jenen, die nur herkömmlich beraten wurden. Es war also gleichgültig, ob die Patienten Placebo, Komplexhomöopathie oder individuell zubereitete homöopathische Medikamente erhielten, solange sie nur vorher homöopathisch beraten wurden.

In einem Editorial widmeten sich Experten der veröffentlichenden Zeitschrift Rheumatology dem Thema. Laut Edzard Ernst sei es die therapeutische Beziehung zwischen homöopathisch tätigem Arzt und Patient, die den Unterschied mache, nicht die homöopathische Medikation per se. (Text teilweise übernommen von einem Artikel bei DocCheckNews: [7])

Gefahren der Homöopathie

Wie mehrfach in wissenschaftlichen Fachartikeln und in Medien festgestellt, sind Homöopathieanwendungen nicht risikofrei. So können Homöopathieanwendungen effektive Therapien verzögern.[17][18] Oder es kann zur Unterlassung effektiver Massnahmen kommen.[19][20]

Nebenwirkungen bei Niedrigpotenzen

Notakehl D3-Zäpfchen

Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die so genannten Hochpotenzen bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als nebenwirkungsfrei vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält, um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1, Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat […] Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich verstopfte Nase und depressive Verstimmung genannt. Die meisten homöopathischen Komplexmittel funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Dies wird durch den Einsatz von Niedrigpotenzen der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit durchführen, die aber dann nicht mehr auf dem Prinzip der Homöopathie basieren, sondern lediglich reproduzierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik zeigen. Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (kritische Potenz im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z.B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Als Beispiel soll die kritische Potenz für das Diphtherie-Toxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10 mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10 mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10 mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.

Das Berliner Arznei-Telegramm (at) berichtet in seiner Ausgabe 04/12[21] über vier schwerwiegende allergische Reaktionen auf Schimmelpilze im homöopathisch potenzierten Mitteln, darunter Nierenversagen aufgrund interstitieller Nephritis nach Anwendung von Notakehl der Firma Sanum-Kehlbeck (siehe dazu: Sanum-Therapie und Artikel zu Günther Enderlein). Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) berichtet in seinem Pharmakovigilanznachricht vom 8. März 2012 (Abwehr von Gefahren durch Arzneimittel, Stufe II – hier: Penicillium chrysogenum und sonstige Schimmel- und Hefepilz enthaltenden Arzneimittel bis zu einer Potenz von D8[22]) über zwei Fälle in ihrer UAW-Datenbank, bei denen es nach Einnahme des Präparats Notakehl zu einer interstitiellen Nephritis kam, einer mitunter auch allergisch bedingten Nierenentzündung. Das BfArM beruft sich dabei auf Fallberichte aus der DMW.[23] Das Bundesinstitut soll demnach vorhaben, die Registrierung einiger homöopathischer Arzneimittel zu widerrufen, die Schimmel- und Hefepilzextrakte in niedrigen Potenzen (bis D8) enthalten. Genannte werden Präparate mit Candida albicans, Candida parapsilosis, Aspergillus niger, Mucor mucedo, Mucor racemosus, Penicillium chrysogenum, Penicillium glabrum und Penicillium roquefortii. Da dem BfArM bei homöopathischen Präparaten auf Schimmel- und Hefepilzbasis häufig keine Angaben zum DEV vorliegen, ist die Festlegung einer sicheren Grenzpotenz schwierig. In der jetzt vom BfArM als Obergrenze gewählten Potenz D8 liegt die Urtinktur in einer Verdünnung von 1 : 100 000 000 vor.[24] Das Sanum-Mittel Notakehl stammt von der Pharmafirma Sanum-Kehlbeck GmbH & Co.KG aus Hoya[25] und wird mit einer D3 bis D5 – Potenz angeboten. Das Mittel soll nach Angaben des Herstellers den Schimmelpilz Penicillium chrysogenum enthalten. Derartige Schimmel- und Hefepilz enthaltenden homöopathischen Arzneimittel zur oralen und parenteralen Anwendung werden von Heilpraktikern und Alternativmedizinern überwiegend zur Behandlung von Infektionskrankheiten vorgesehen. In der Werbung zu Schillpilz-haltigen homöopathischen Mitteln werden diese teilweise auch als „natürliche Antibiotika“ bezeichnet, in völliger Umkehr zu Prinzipien der Homöopathie.

Unterlassung einer evidenzbasierten medizinischen Behandlung

Opfer Penelope Dingle (verst. 2005) mit Ehemann Peter Dingle

Unterlassene effektive Therapien können bei Anwendung homöopathischer Mittel tödlich enden..[26] Ein Kleinkind namens Gloria Thomas starb Mai 2002 in Sydney nach einer homöopathischen Fehlbehandlung und Fehlernährung an einer Sepsis. Die homöopathisch orientierten Eltern müssen sich wegen Totschlag verantworten.[27]

2009 verstarb in Tirol ein zweijähriger Junge an einer unbehandelten Lungenentzündung mit Sepsis, die mit guter Aussicht auf Erfolg medizinisch wirksam hätte behandelt werden können. Zwei seiner Brüder waren bereits zuvor im Alter von wenigen Wochen verstorben. Die Eltern verweigerten eine effektive Therapie und liessen sich stattdessen auf eine homöopathische Behandlung durch den Hausarzt ein. Die Eltern und der Hausarzt wurden wegen Quälens und Vernachlässigens eines Unmündigen mit Todesfolge nicht rechtskräftig zu je einem Jahr bedingter Haft verurteilt.[28]

2005 starb in Australien die 45-jährige Penelope Dingle an einem Tumor im Enddarm. Sie hatte sich geweigert, effektive Therapien in Anspruch zu nehmen. Auf Antrag ihrer Schwester wurde eine Obduktion durchgeführt. Das Untersuchungsergebnis macht eine Homöopathin namens Francine Scrayen und einen bekannten Toxikologen aus Perth für den Tod verantwortlich. Penelope Dingle hatte versucht, ihren Darmkrebs mit Homöopathie zu behandeln sowie mit einer vegetarischen Ernährungsweise. Der zuständige Ermittler fand heraus, dass die aus Belgien stammende Homöopathin Francine Scrayen die Patientin darin bestärkte, sie könne den Krebs mit Homöopathie besiegen. Auch hatte sie Olivenöl empfohlen. Gleichzeitig beschreibt der Gerichtsmediziner deren Ratschläge als gefährlich und ungeheuerlich. Francine Scrayen sei keine medizinische Fachkraft und hätte die Patientin umgehend an einen Mediziner verweisen müssen. Ebenso trage der Partner der Patienten, der Toxikologe Peter Dingle, Verantwortung. Er habe durch seine Untätigkeit dafür gesorgt, dass die Erkrankung schließlich so weit fortschritten war, dass eine Chance auf Heilung aussichtlos wurde. Zwei von der Patientin konsultierte Ärzte hatten ihr auch eine Vitamin C Kur und Venusfliegen-Extrakt (siehe: Carnivora) empfohlen.[29][30][31] Über ihre Krankheit und Einzelheiten der homöopathischen Therapie sowie über die Gespräche mit ihrer Behandlerin führte die Patientin ein Tagebuch, das eine Rekonstruktion der Abläufe zulässt. Ein enger Freund der Familie berichtete auch, dass es eine Vereinbarung gegeben habe, nach der Penelope Dingle von Francine Scrayen ausschließlich alternativmedizinisch behandelt werden und ihr Ehemann Peter Dingle nach der erwarteten Gesundung über Krankheit und Heilung seiner Frau ein Buch schreiben sollte.[32]

Homöopathie und medizinische Ethik

Neben den Gefahren einer unterlassenen oder verzögerten effektiven Therapie zu Gunsten der Anwendung homöopathischer Mittel, ergeben sich auch noch andere ethische Fragen. Die Verschreibung von homöopathischen Mitteln als Placebo kann nur einen Sinn haben, wenn der Behandler den Patienten nicht über den tatsächlichen Placebocharakter dieser Mittel aufklärt, und ihm dabei die Tatsache vorenthält, dass (zumindest bei den nicht niedrig-potenzierten Mitteln) in diesen Mitteln kein Wirkmolekül enthalten ist. Den Patienten jedoch nicht über den eigentlichen Charakter einer Therapie zu informieren, ist eine Missachtung ethischer Grundsätze in der Medizin und untergräbt auch die Beziehung zum Patienten die auf Vertrauen basiert.[33]

Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli

Malaria Nosode

In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel Malaria 2000 (oder andere Mittel) zu einer so genannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria gewappnet zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Der Bayerische Rundfunk zitiert auf seinen Webseiten das Tropeninstitut in München, demzufolge es mehrere Todesfälle bei Menschen gab, die sich auf eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verlassen hatten.[34] Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, „der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche „Prophylaxe“ versagt hat, sind literaturkundig“. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben. Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutschen Ärzteschaft im Deutschen Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: […] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, […] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.

Ähnlich kritisch sind auch so genannte Anti Zecken Globuli um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, […] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen […]. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die Nosoden enthalte, die eine Homöopathische Impfung darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch Ledum palustre (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.

Die Anwendung von homöopathischen Spenglersan Kolloid M-Mittel zur Malariaprophylaxe konnte dokumentiert eine Malaria nicht verhindern, schwedische Ärzte veröffentlichten dazu Fallberichte und eine Warnung.[35]

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat explizit 2009 vor der Homöopathie als Behandlungsoption bei Malaria, HIV-Infektion, Tuberkulose, Influenza und Durchfallerkrankungen im Kindesalter gewarnt.[36][37][38]

Homöopathie zur Therapie der Homosexualität

2011 wurde bekannt, dass der deutsche „katholische Ärzteverband“ (BKÄ) auf seinen Webseiten die Empfehlung gibt, die sexuelle Orientierung von Schwulen und Lesben mit Hilfe der Homöopathie „therapieren“ zu können.[39][40] Unter dem Stichwort „Unser Auftrag“ findet sich in der Selbstdarstellung des BKÄ der Punkt „Hilfestellung für Suchende“. Zu den „Therapieansätzen gegen homosexuelle Neigungen“ gehöre demnach die Psychotherapie und die Homöopathie. Eine „Konstitutionsbehandlung“ mit Platin in Hochpotenz soll hier zum Einsatz kommen. Homosexualität ist laut WHO jedoch keine Krankheit. Hinter dem Bund Katholischer Ärzte steht der Unterhachinger Arzt und Homöopath Gero Winkelmann. Er war in den Neunzigern in der Mini-Anti-Abtreibungspartei „Christliche Liga“ aktiv.

Homöopathische Antidote

Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive Erstverschlimmerungen nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch so genanntes Antidotieren vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel […] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup…) […] unwirksam zu machen.[41]

Laut der so genannten Frauenzeitschrift „FÜR SIE“ würden Mobiltelefone Homöopatika in ihrer Wirkung „beeinträchtigen“. Bei der Einnahme homöopathischer Medikamente sollte man das Handy beiseite legen. Wie auch bei Radiowecker, Computer und Mikrowelle können die elektromagnetischen Felder dieser Geräte die Wirkung der Medikamente beeinträchtigen.[42]

Geschichte der Homöopathie

Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus „wissenschaftlichen“ Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen – krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass einige Empfehlungen Hahnemanns aus dem Organon wie zum Beispiel die Anwendung von heißem Terpentin auf Verbrühungsverletzungen auch von den Anhängern und Anwendern der Homöopathie nicht mehr breit propagiert werden. Während also bei Verletzungen, bei denen man unmittelbar den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung ersehen kann, die Lehren Hahnemanns z.T. durchaus korrekt als veraltet und unbegründet zurückgewiesen werden, werden die Teile der Lehre, die zwar nicht minder unlogisch und unbegründet sind, bei deren Umsetzung man aber auf den Placeboeffekt hoffen kann, weiterhin gewinnbringend vermarktet.

Homöopathische Ärzte in Europa

In Deutschland sollen etwa 5.000 Ärzte die Zusatzbezeichnung Homöopath erlangt haben. Die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt.[43] Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann, ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.

Das Homöopathika-Geschäft

homöopathische Abnehm-Globuli

Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60% aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft,[44] mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.[45][46][47][48]

Nach Angaben der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ lag im Jahre 2009 der Umsatz an Mitteln der Homöopathie bei 400 Millionen Euro. Nach Angaben des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie zahlten die gesetzlichen Krankenkassen 9 Millionen Euro für homöpathische Mittel. Nicht mit eingerechnet sind hier jedoch die Folgekosten für ineffektive homöopathische Therapien. Nicht vergleichbar mit diesen Kosten sind auch die Kosten durch homöopathische Erst- und Folgeanamnesen, die jedoch meist durch die Patienten gezahlt werden werden müssen.

Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.

Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist Oscilococcinum C200. Dieses Mittel wird auch die „20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht – und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.

Homöopathie ist für Ärzte finanziell interessant

Die Abrechnung von homöopathischen Leistungen wird für Ärzte immer attraktiver, wie die Ärztezeitung bereits 2007 meldete.[49] Die Vergütung umfasst: 90 € Erstanamnese, 20 € Repertorisation, 20 € Analyse und 45 € Folgeanamnese. Für diese 175 € versorgt ein niedergelassener Facharzt 5 „herkömmliche“ Patienten ein ganzes Quartal lang, egal wie oft diese in der Praxis erscheinen. Als Kassenpatient könne man homöopathische Leistungen grundsätzlich bei solchen Erkrankungsformen in Anspruch nehmen, „bei denen eine Heilung oder Linderung durch spezifisches therapeutisches Ansprechen von potentiell noch vorhandenen Selbstheilungskräften zu erwarten ist.“

Homöopathie und umstrittene Masernpartys

2005 wurde bekannt, dass Anhänger der Homöopathie so genannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels[50]: Homöopathische Ärzte lehnen „Masern-Partys“ nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren „eine Überlegung wert“, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.

Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.

„Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik“, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer „Masern-Party“ liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.

Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. „Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.“ Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.

Studien zur Homöopathie

Die frühen Studien

Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel.

Im Jahre 1835 wurde der wohl erste doppelt verblindete Arzneimittelversuch durchgeführt, zur Homöopathie. 1835 publizierte der Theologe und Redakteur George Löhner ein Testergebnis, zu dem er in Zusammenarbeit mit Ärzten, Apothekern und anderen Honoratioren in Nürnberg gekommen war. Untersucht wurden 55 gesunde Freiwillige. Die gebildete Kommission konnte keinen Effekt der homöopathischen Potenzierung erkennen.[51]. Die Veröffentlichung stiess auf heftigen, polemischen Widerstand von homöopathischen Zeitschriften der Zeit, so des „Hygea – Centralorgan für die homöopathische oder specifische Heilkunst“.

Die Homöopathiestudien zur Zeit des Nationalsozialismus

Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der „Neuen Deutschen Heilkunde“. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an verjudeter Schulmedizin lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes (RGA) Arzneimittelprüfungen statt, viele davon placebokontrolliert. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt und Homöopath Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Von Donner liegen umfangreiche Aufzeichnungen zu den RGA-Untersuchungen und zu vorherigen Studien vor, die als Donner-Bericht zur Homöopathie bekannt wurden und sich heute im Original im „Homöopathie-Archiv“ des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart befinden.[52] Doch es kam bei den staatlich geförderten Untersuchungen nichts positives für die Homöopathie heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass […] Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie […] sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist. Dennoch wurde offiziell verlautbart, es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den 1960er Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein totales Fiasko für die Homöopathie.

Moderne Homöopathiestudien

Allgemein muß bei Untersuchungen zur Homöopathie zwischen Studien mit niedrig potenzierten (weniger verdünnten) Mitteln und hoch potenzierten Mitteln unterschieden werden, da niedrig potenzierte Mittel ausreichend viel Wirkstoff enthalten können um klassische pharmakologische Wirkungen oder sogar Giftwirkungen zu bewirken, die dann auch dem Masse-Wirkungsgesetz unterliegen, es kommt also zu einer dosisabhängigen Wirkung mit steigender Wirkung bei steigender Dosis. Bei der Homöopathie soll diese Dosis-Wirkungsbeziehung in dieser Weise bekanntlich nicht vorhanden sein. Daher beziehen sich zahlreiche Studien lediglich auf Hochpotenzanwendungen. Eine besondere Rolle spielen so genannte Meta-Analysen, die die zur Verfügung stehenden Studien ihrer Zeit auf ihre Qualität hin untersuchen und die qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen zum Thema Homöopathie zusammenfassend auswerten. Im 20. und 21. Jahrhundert sind mehrere Meta-Studien zur Homöopathie erschienen.

1997 werteten Klaus Linde und Kollegen von der Universität München 185 Studien und Veröffentlichungen aus, in denen homöopathische Mittel gegen ein Placebo bewertet wurden. Von den Arbeiten waren 89 randomisiert und verblindet, teilweise aber nur einfach-verblindet. Unter den analysierten Arbeiten finden sich auch simple Doktorarbeiten, unveröffentlichte Studien sowie in unbekannten ausländischen Zeitschriften veröffentlichte Arbeiten, die in Deutschland nicht ausleihbar oder einsehbar sind. Drei der von Linde bewerteten Studien betreffen ein Arzneimittel (Traumeel), das nicht als Homöopathikum, sondern als Phytopharmakon zu klassifizieren ist, da es im Wesentlichen aus homöopathischen Urtinkturen ohne Potenzierung besteht. (siehe auch Kritik an dieser Studie [8]) Danach kam Linde zu der Schlussfolgerung:

..Die Ergebnisse unserer Meta-Analyse sind nicht vereinbar mit der Hypothese, dass die klinischen Effekte der Homöopathie vollständig auf einen Placeboeffekt zurückzuführen sind. Allerdings fanden wir auch keine genügenden Hinweise darauf, dass Homöopathie für irgendeine spezifische Erkrankung wirkt..

Diese mittlerweile alte Studie wurde lange Zeit von Anhängern der Homöopathie zitiert, um auf die vermeintliche Wirksamkeit der Homöopathie zu verweisen. Doch was in Homöopathenkreisen ungern zugegeben wird: Linde revidierte seine Meinung inzwischen. In einem Brief an die Fachzeitschrift Lancet erklärte er 2005 „Unsere Meta-Analyse von 1997 wurde unglücklicherweise von Homöopathen als Beleg dafür missbraucht, dass die Wirksamkeit ihrer Therapie bewiesen sei. Wir stimmen zu, dass die Homöopathie höchst unplausibel ist, und dass die Belege aus placebokontrollierten Studien nicht überzeugend sind.“ 2012 bestätigte dies Linde gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass er das noch immer so sieht. Allerdings schränkte er zugleich ein: „Angesichts der vielen positiven Befunde halte ich die Wirksamkeit nicht für völlig ausgeschlossen.“[53] 2001 erschien eine Metastudie über die Wirksamkeit der Homöopathie, die auf methodische Schwächen in Veröffentlichungen hinwies.[54] Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2002 zeigte, dass qualitativ bessere Studien weniger positive Effekte zum Vorschein brachten. Eine Unterscheidung zum Placeboeffekt konnte nicht erkannt werden.[55] Im Jahre 2005 erschienen mehrere Metaanalysen zum Thema Homöopathie. Die Autoren Caulfield (et al) berichten über einen Publication Bias in zahlreichen Veröffentlichungen mit großen Unterschieden der berichteten Ergebnisse zwischen etablierten Fachjournalen und Zeitschriften aus dem alternativmedizinischen Bereich.[56] Eine 2005 erschienene Studie auf Basis von 110 placebokontrollierten Homöopathiestudien kam zum Ergebnis, dass die Wirkungen der Homöopathie nicht vom Placeboeffekt unterscheidbar sind. Die Studie belegte: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.[57] Lapidar forderten die Herausgeber von Lancet die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die Schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“. Eine 2006 erschienene Metaanaylse konnte keinen klinischen Nutzen für die Homöopathie bei der (komplementären) Behandlung von Nebenwirkungen bei bestrahlten und mit Chemotherapie behandelten Krebspatienten erkennen.[58] Eine Studie aus dem Jahr 2007 konnte keine Empfehlung zur Homöopathiebehandlung beim ADH-Syndrom, Asthma und weiteren Krankheiten aus vorhandenen Studien ableiten.[59]

Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.

Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: Ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der evidence based medicine (EBM) hin zur Neuerfindung einer Cognitive based medicine (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.

Homöopathische Arzneimittelprüfung

Homöopathen berufen sich auf durchgeführte so genannte homöopathische Arzneimittelprüfungen, deren Ergebnisse in Arzneimittellehren (materiae medicae) einfließen. An gesunden Versuchspersonen, bzw. an sich selbst wird ein bestimmtes homöopathisches Mittel ausprobiert. Sodann werden berichtete Symptome, Träume (Traumprüfung mit dem Mittel unter dem Kopfkissen) oder Meditationserlebnisse (Meditationsprüfung) notiert und für die Nachwelt festgehalten. Eine in der Homöopathie-Fachzeitschrift homoepathy veröffentlichte Untersuchung derartiger Arzneimittelprüfungen der Jahre 1945 bis 1995 ergab, dass diese Prüfungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden und sie meist von sehr niedriger Qualität sind und auf eine Kontrollgruppe und Placebo-Präparate zum Vergleich verzichtet wurde. Auf Randomisierungen und Verblindungen wurde verzichtet. Interessanterweise werden in Prüfungen minderer Qualität mehr Symptome berichtet als in den anderen Prüfungen.[60]

Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform

Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den besonderen Therapierichtungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz – AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als „Arzneimittel“ vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, Name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. „Binnenkonsens“). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich „Arzneimittel“ nennen und als Arzneimittel verkauft werden dürfen.

Regeln über die Qualität, Prüfung, Lagerung und Bezeichnung von homöopathischen Mitteln und die bei ihrer Herstellung und Prüfung verwendeten Stoffe, Materialien und Methoden sind im homöopathischen Arzneibuch, einem amtlichen Arzneibuch und Bestandteil des Deutschen Arzneibuches festgeschrieben.

Proteste gegen staatliche Finanzierung der Homöopathie in England

Boots-Chef zur Homöopathie

Demonstration gegen Homöopathie in England (Quelle: Flickr)

Gemeinsame, und folgenlose Überdosierung homöopathischer Mittel (Quelle: Flickr)

Georgos Vithoulkas

Mitte Mai 2010 sprach sich die britische Ärztevereinigung „British Medical Association“ offiziell gegen den Einsatz homöopathischer Mittel im öffentlichen Gesundheitssystem NHS aus. BMA-Ärzte forderten, die homöopathische Mittel aus dem Katalog der von Gesundheitsbehörden bezahlten Mittel zu nehmen. Homöopathie sei nichts als „Hexenhandwerk“, sagte ein Vertreter der Standesorganisation.

Ende Januar 2010 veranstalteten hunderte Kritiker der Homöopathie (1023-campaign) in mehreren Städten (unter anderem in London, Birmingham, Liverpool, Manchester, Glasgow, Leicester und Edinburgh) Demonstrationen vor Geschäften der englischen Apothekenkette „Boots“, um gegen die Ausgaben von etwa 12 Millionen Pfund (Zeitraum 2005-2009) des staatlichen Gesundheitssystems NHS für unwirksame Homöopathika zu protestieren. Die Apothekenkette wurde aufgefordert, keine Homöopathika mehr zu verkaufen, da diese wissenschaftlich absurd seien. Die Demonstranten versuchten auch, sich durch gemeinsame Einnahme überdosierter Homöopathika wie „Arsen C30“ zu vergiften, indem komplette Tablettenröhrchen auf einmal eingenommen wurden. Irgendeine Folge hatte dies für die Konsumenten jedoch nicht.[61][62] Analoge Demonstrationen fanden auch in Neuseeland statt.[63]

Am 22. Februar 2010 forderte die griechische Homöopathiegröße Georgos Vithoulkas die Skeptiker der Homöopathie heraus. Vithoulkas griff in die Debatte um die Homöopathie ein und schlug einen alternativen „Versuch“ vor, der jedoch nicht einem modernen Studiendesign entspricht. 40 „Skeptiker“ sollten doch 2 Monate lang jeden Tag das Mittel „Alumina 200C“ einnehmen. Sie würden dann feststellen, dass am Ende mindestens 10% der Teilnehmer up to 10% or more mit „leichten“ oder „schweren“ Symptomen einer Obstipation (Verstopfung) kämpfen würden.[64] Eine Obstipation ist allerdings ein relativ häufiger Zustand, sodass es auch spontan bei einer Minderheit von Menschen innerhalb von 2 Monaten dazu kommt. Ohne Kontrollgruppe ist ein derartiger Versuch auch völlig wertlos.[65]

Britisches Unterhaus zur Homöopathie

In einem 275-seitigen Gutachten kommt Anfang 2010 ein Ausschuss des britischen Unterhauses zu dem Ergebnis, dass homöopathische Arzneien nichts weiter als ein Placebo seien. Der Gesetzgeber wurde nun aufgefordert, die Mittel aus dem Leistungskatalog des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) zu streichen. Der Unterhausausschuss forderte zudem die Zulassungsbehörde MHRA auf, homöopathische Arzneien nur noch zuzulassen, wenn die Wirksamkeit in randomisierten klinischen Studien belegt sei. Von weiterer Forschung riet der Ausschuss ab, die Belege zur Unwirksamkeit seien zu massiv.[66]

Deutschland: Widerstand gegen Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Hamburger Abendblatt, 12.7.2010

Ärztezeitung, 11.7.2010

Auch in Deutschland nehmen kritische Stimmen (insbesondere in der Bundes-SPD und Bundes-CDU) gegen die Kostenübenahme homöopathischer Therapien durch die gesetzlichen Krankenkassen zu.
So fordert die Bundes-SPD Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird vom Spiegel mit den Worten zitiert: „Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen…Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie.“[67] In der Sendung „heute“ des ZDF vom 12.7.2010 wies Lauterbach auch darauf hin, dass Krankheitsverläufe durch homöopathische Therapien protrahiert verlaufen könnten. Auch der Vorsitzende des „Gemeinsamen Bundesausschusses“, Rainer Hess, schloss sich der Forderung, homöopathische Behandlungen und Medikamente mangels nachgewiesener Wirkung aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, an.[68]
Jürgen Windeler, designierter Leiter des „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (IQWiG) bezeichnete die Homöopathie ein „spekulatives, widerlegtes Konzept“, und bis heute sei nicht erwiesen, dass die Methode einen medizinischen Nutzen habe.
Doch die Homöopathie-Lobby wehrt sich. Kritik kommt auch sowohl vom „Bundesverband der Arzneimittelhersteller“ (BAH) als auch vom „Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie“. Diese sehen in der Homöopathie eine „sinnvolle Alternative“ für Patienten und Ärzte.
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen, sagte der „Berliner Zeitung“: Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.

Im Juni 2012 äusserte sich in einer Pressemeldung auch der Virchow-Bund zur Homöopathie. Darin heißt es: :„Die Gesetzlichen Krankenkassen … finanzieren … auf Kosten der Solidargemeinschaft jede Menge Unsinn.“ Dirk Heinrich, Vorsitzender des Virchow-Bundes kritisierte unter anderem die Erstattung homöopathischer Arzneimittel durch einige deutsche Krankenkassen und sprach von „zweifelhaften medizinischen Methoden“, damit nicht nur die Homöopathie, sondern auch die Anthroposophische Medizin und die Phytotherapie (als besondere Therapierichtungen) meinend.

Die Herausforderungen

Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studiennachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert.[69][70][71] In einem Interview, das Ernst am 12. April 2009 der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger gab, ist von einer Erhöhung des Preises auf 100.000 US-Dollar die Rede.[72] Nach Angaben von Ernst bestehe das Angebot seit einem Jahr und sei bislang nicht in Anspruch genommen worden. Darüber hinaus gibt es bei erfolgreichem Wirkungsnachweis auch weiterhin den Preis der James Randi Educational Foundation (JREF) in Höhe von 1 Million US-Dollar zu gewinnen.[73]

Siehe auch: Ausgelobte Preisgelder.

Placeboeffekte und spontane Heilungen

Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen – auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren zurück. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf, der durch Schübe gekennzeichnet ist, die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch wachsen sich beispielsweise Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter meist nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Aus homöopathischer Sicht liegt also nichts näher als eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben. Ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht, ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen.[74]

Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des Placeboeffektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das Repertorisieren und Potenzieren überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten „Hardcore“-Homöopathen inzwischen klar. So sei laut Georgos Vithoulkas (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des „homöopathischen Simillimums“ derselbe[75] und führt die Selbsthypnose bzw Auto-Suggestion dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: „Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen „George Vithoulkas Stiftung“ einen großen Betrag spendete […] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.“

Universitäre Kurse in Homöopathie

  • In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie).[76][77]
  • In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte „Science degrees without the science“,[78] und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende[79].
  • Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als Master Universitario en Homeopatía[80] auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer Quantenlogik zur Quantenlogischen Medizin weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität anbieten zu können.[81]

Siehe auch: Universitäten mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten

Zitate

  • Charles Darwin am 4. September 1850: Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung […] die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Maßstab, am dem die Homöopathie zu messen ist.“[82]
  • Das Grundkonzept der Homöopathieforschung, die allgemeine Wirksamkeit der Homöopathie an der isolierten Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel festzumachen, muss insgesamt als gescheitert angesehen werden. Zitat Rainer Lüdtke, Statistiker der Karl und Veronica Carstens-Stiftung[83]
  • Es heißt, der Glaube könne Berge versetzen. Globuli schaffen Ähnliches. Die Wissenschaft will das nicht wahrhaben, weil sie es nicht beweisen kann. [84]
  • Wenn wir glauben, dass das Schütteln von Hochpotenzen uns heilt, wenn wir an die mystischen Kräfte und diesen ganzen Käse glauben, wenn die Menschen beginnen, wissenschaftliches Denken abzulehnen und der medizinische Aberglaube zurückkehrt, dann kappen wir unsere besten Traditionen, dann sind wir auf dem Weg zurück ins Mittelalter. (Edzart Ernst, 14.7.2010, Spiegel Online. [85])
  • Edzard Ernst: Der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der 1951 gestorben ist, würde heute mit Sicherheit durch jede Chirurgieprüfung fallen. Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, starb mehr als 100 Jahre vor Sauerbruch – und er könnte natürlich auch heute noch alle Homöopathieprüfungen absolvieren. Denn die Homöopathie hat sich nicht wesentlich weiterentwickelt. Sie darf es auch gar nicht, denn sie ist ein Dogma.

Literatur

  • Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102
  • R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994
  • Otto Prokop (1995): Homöopathie – Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.
  • Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck’sche Reihe, ISBN 3406494692
  • E. Davenas et al: “Human basophil degranulation triggered by very dilte antiserum against IgE”, Nature, 333, 30. Juni 1988, 816-818.
  • John Maddox, James Randi, Walter Stewart: “High-dilution experiments a delusion, Nature 334, 28. Juli 1988, Seiten 287-290

Artikel in Publikumszeitschriften

  • Homöopathie: Die große Illusion, Der Spiegel, Heft 28/2010, S. 58
  • R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts?, GEO, Juni 1997, Seiten 44-56

Weblinks

Blogartikel

Quellennachweise

  1. Siehe Statement National Science Foundation und Stanford Encyclopedia of Philosophy, Zitat: There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, […] are pseudosciences […]
  2. http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/homoeopathie/kritiker-der-homoeopathie_aid_20668.html
  3. http://www.naturheilpraxis-hollmann.de/Mikroimmuntherapie.htm
  4. http://www.dgfan.de/index.php?id=316
  5. http://www.praxis-kronemann.de/therapien/mikroimmuntherapie/66-mikroimmuntherapie
  6. http://www.labolife.info/all/produits.php?page=11
  7. Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82
  8. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064
  9. http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm
  10. http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf
  11. zitiert nach Artikel in Süddeutsche Zeitung: Markus C. Schulte von Drach: „Umstrittenes Heilverfahren“ Homöopathie ist ein reiner Placeboeffekt“ – Missbrauchte Studie. Süddeutsche Zeitung, 1.2.2012 [1]
  12. Zitat C. Fritzsche aus einem veröffentlichten Leserbrief: ..Lassen wir die Thematik „Schwingungen“ einmal beiseite, so kann ich wiederum Frau Wallenfels sehr gut folgen. Die Quantenphysik regt dazu an, unsere stark MECHANISTISCHE Wahrnehmung der Welt zu hinterfragen und sie öffnet für die Möglichkeit, dass (frei nach Prof. Anton Zeilinger) nicht Materie sondern INFORMATION der Stoff ist, aus dem unser Universum besteht. Ist dies der Fall, so kann es – im Kontext der Medizin – neben pharmazeutischen bzw. biochemischen Wirkeffekten auch eine neue Kategorie von Wirkeffekten geben, die „geistartigen“ Charakter hat und in der nicht MATERIE sondern INFORMATION die entscheidende Rolle spielt. ..[2]
  13. http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all
  14. http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf
  15. https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&sku=Wate-g&uid=11666
  16. Sarah Brien, Laurie Lachance, Phil Prescott, Clare McDermott, George Lewith: Homeopathy has clinical benefits in rheumatoid arthritis patients that are attributable to the consultation process but not the homeopathic remedy: a randomized controlled clinical trial, 13.11.2010, Rheumatology (2010) doi: 10.1093/rheumatology/keq234
  17. Altunc, U.; Pittler, M. H.; Ernst, E. (2007), „Homeopathy for Childhood and Adolescence Ailments: Systematic Review of Randomized Clinical Trials“, Mayo Clinic Proceedings 82 (1): 69–75, doi:10.4065/82.1.69, PMID 17285788,
  18. Malik, Imtiaz A.; Gopalan, Sethuraman (2002), „Use of CAM results in delay in seeking medical advice for breast cancer“, European Journal of Epidemiology 18 (8): 817–22, doi:10.1023/A:1025343720564, PMID 12974558
  19. Ernst, E; White, AR (1995), „Homoeopathy and immunization“, The British journal of general practice 45 (400): 629–30, PMC 1239445, PMID 8554846
  20. Jones M (2006-07-14), „Malaria advice ‚risks lives'“, Newsnight (BBC Television)
  21. http://www.arznei-telegramm.de/html/sonder/1204039_03.html
  22. http://www.bfarm.de/SharedDocs/1_Downloads/DE/Pharmakovigilanz/stufenplverf/penicilliumhaltige-am-anhoerung.pdf;jsessionid=753AD580FC30B04434612C7B49A0B675.1_cid103?__blob=publicationFile
  23. G. Türkoglu-Raach et al: DMW (2010) 135 (24): S. 1224-1227)
  24. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=41359
  25. Sanum-Kehlbeck GmbH & Co.KG, Hasseler Steinweg 9, D-27318 Hoya
  26. http://whatstheharm.net/homeopathy.html (engl.)
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  29. http://www.abc.net.au/news/stories/2010/07/30/2969050.htm
  30. http://www.abc.net.au/austory/content/2011/s3260776.htm
  31. http://www.watoday.com.au/wa-news/dingles-cruel-cancer-remedies-20100622-yv12.html
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  33. Edzard Ernst: Homeopathy, a “helpful placebo” or an unethical intervention? Trends in Pharmacological Sciences, Volume 31, Issue 1, 1, 8 Dezember 2009. doi:10.1016/j.tips.2009.10.005
  34. Prof. Nothdurft vom Tropeninstitut in München: „Von homöopathischen Fachgesellschaften höre ich, dass es eine Prophylaxe im homöopathischen Sinn gar nicht geben kann. Wir haben die bittere Erfahrung gemacht, dass es mehrere Todesfälle gegeben hat, als sich Menschen auf eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verlassen haben.“ [3]
  35. Carlsson T, Bergqvist L, Hellgren U. Homeopathic Resistant Malaria. J Travel Med. 1996 Mar 1;3(1):62
  36. Oona Mashta: WHO warns against using homoeopathy to treat serious diseases, BMJ 2009;339:b3447. 24 August 2009, doi:10.1136/bmj.b3447
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  38. http://www.senseaboutscience.org.uk/index.php/site/project/392/
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  40. http://www.heise.de/tp/artikel/34/34851/1.html
  41. http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php
  42. FÜR SIE, Extra-Beilage „Homöopathie“. 9. August 2007
  43. Netzeitung 2. Juli 2008 [4]
  44. europäischer Herstellerverband ECHAMP
  45. DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008
  46. European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe
  47. http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf
  48. Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte. In: Homöopathische Nachrichten Jan./Feb. 2008, S.4.
  49. http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/homoeopathie/article/434705/homoeopathie-kollegen-immer-attraktiver.html
  50. http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html
  51. George Löhner: „Die homöopathischen Kochsalzversuche zu Nürnberg: Als Anhang: Ein Beispiel homöopathischer Heilart“, 1835
  52. Fritz Donner: Bemerkungen zu der Überprüfung der Homöopathie durch das Reichsgesundheitsamt 1936 bis 1939. Homöopathie-Archiv des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Straussweg 17, D-70184 Stuttgart
  53. http://www.sueddeutsche.de/wissen/umstrittenes-heilverfahren-homoeopathie-missbrauchte-studien-1.1267699
  54. Linde, K.; Jonas, WB; Melchart, D; Willich, S (2001), „The methodological quality of randomized controlled trials of homeopathy, herbal medicines and acupuncture“, International Journal of Epidemiology 30 (3): 526–31, doi:10.1093/ije/30.3.526, PMID 11416076
  55. Ernst, E. (2002), „A systematic review of systematic reviews of homeopathy“, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6): 577–82, doi:10.1046/j.1365-2125.2002.01699.x, PMC 1874503, PMID 12492603
  56. Caulfield, Timothy; Debow, Suzanne (2005), „A systematic review of how homeopathy is represented in conventional and CAM peer reviewed journals“, BMC Complementary and Alternative Medicine 5: 12, doi:10.1186/1472-6882-5-12, PMC 1177924, PMID 15955254
  57. Shang A, Huwiler-Müntener K, Nartey L, Jüni P, Dörig S, Sterne JA, Pewsner D, Egger M. (2005), „Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy“, The Lancet 366 (9487): 726–732, doi:10.1016/S0140-6736(05)67177-2, PMID 16125589
  58. Milazzo, S; Russell, N; Ernst, E (2006), „Efficacy of homeopathic therapy in cancer treatment“, European Journal of Cancer 42 (3): 282–9, doi:10.1016/j.ejca.2005.09.025, PMID 16376071
  59. Altunc, U.; Pittler, M. H.; Ernst, E. (2007), „Homeopathy for Childhood and Adolescence Ailments: Systematic Review of Randomized Clinical Trials“, Mayo Clinic Proceedings 82 (1): 69–75, doi:10.4065/82.1.69, PMID 17285788
  60. F. Dantas, P. Fisher, H. Walach, F. Wieland, D.P. Rastogi, H. Teixeira, D. Koster, J.P. Jansen, J. Eizayaga, M.E.P. Alvarez, M. Marim, P. Belon and L.L.M. Weckx. A systematic review of the quality of homeopathic pathogenetic trials published from 1945 to 1995. Homeopathy, Volume 96, Issue 1, January 2007, Seiten 4-16
  61. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32581
  62. http://www.1023.org.uk/the-1023-overdose-event.php
  63. http://skepfeeds.wordpress.com/2010/02/01/homeopaths-admit-expensive-concoctions-just-water/
  64. I challenge the Sceptics ! Several sceptics in 10:23 anti homeopathy campaign (swallowed in public each one a full bottle of different homeopathic remedies just to show that there was nothing in them. I propose to swallow the same content of about 60 tablets but in a different way: Swallow one tablet every day. I propose the remedy to be Alumina 200C ( a dilution far beyond the Avogadro number) and I promise them that in the end of 60 days a considerable number of them (up to 10% or more) will be suffering with slight to severe constipation. In homeopathy one bottle or one tablet is considered as one dose only. Most probably they knew this? The first condition for the participants of this experiment will be to have a good general state of health and a normal stool once a day. The second to be brave enough to continue with the experiment till the end of 60 days and not stop with the first signs of constipation. The [sic] third, to be honest enough to report the effect. I promise you that this experiment will settle the matter once for all. You need to find 40 sceptics for this experiment. As for the side effect? It will be over within a week or two after stopping the remedy. If you are real sceptics dare to stay with your convictions and do the experiment publicly! George Vithoulkas
  65. http://www.quackometer.net/blog/2010/02/george-vithoulkas-makes-a-fool-of-himself.html
  66. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40180/Britische_Politiker_fordern_Verbot_der_Homoeopathie.htm
  67. Homöopathie – Die große Illusion, Der Spiegel, Heft 28/2010
  68. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,705782,00.html
  69. http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34
  70. http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html
  71. http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html
  72. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064
  73. http://www.randi.org/site/index.php/swift-blog/581-homeopathy-qualifies-for-the-million-dollar-challenge.html
  74. Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605
  75. http://www.hpathy.de/content/george-vithoulkas-interviewt-von-dr-manish-bhatia […] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien […]
  76. http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php
  77. http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf
  78. http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf
  79. http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf
  80. http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&tipo=se&mt=bin
  81. http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml
  82. Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4. September 1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything – when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep – an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered.
  83. Lüdtke R: in Wissenschaftsmagazin „Leonardo“ (WDR 5) am 16. April 2007
  84. Petra Thorbrietz: Thorbrietz‘ Diagnosen, Eine Lanze für die Homöopathie. Focus, 18. März 2010 [5]
  85. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706257,00.html
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